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Ibbenbüren

Im dunklen Keller von Magnus

Statiker überprüft Standfestigkeit

Freitag, 05. Aug. 2016 - 16:10 Uhr
von Sabine Plake

War hier früher die Sportabteilung von Magnus bzw. Kaufhaus Overmeyer? Das, was da vor uns liegt, sind auf jeden Fall Fahrstuhlschächte. Da gab es doch auch noch eine Treppe? Und dort im angrenzenden Raum, da standen doch früher die Sportschuhe, oder?

Foto: Sabine Plake
Das macht auf den ersten Blick einen stabilen Eindruck: Markus Nolte, Statiker der Firma ahw Ingenieure Münster, prüft die Statik im Keller des ehemaligen Kaufhauses Magnus.
Das macht auf den ersten Blick einen stabilen Eindruck: Markus Nolte, Statiker der Firma ahw Ingenieure Münster, prüft die Statik im Keller des ehemaligen Kaufhauses Magnus.

IBBENBÜREN. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, dort im Keller des ehemaligen Kaufhauses, in dem es jetzt ein wenig müffelt, ein bisschen stinkt. Bretter haben sich voll Wasser gesogen, von der Außenwelt unbemerkt und vergessen stehen dort noch neue, verpackte Steine, alte Türen, Stahl. Kunststück – viele Jahre schläft dieser Keller den Dornröschenschlaf, erwartungsvoll ausgerichtet auf den Tag, an dem er eine neue Bestimmung bekommt oder gar ganz verschwindet.

Vermutlich werden auf dem Gelände drei Gebäude und eine neue Tiefgarage entstehen. So jedenfalls sind die derzeitigen Pläne des neuen Besitzers, der Südstadt GmbH & Co.KG. Sie ist 100-prozentige Tochter der Ibbenbürener Vereinsdruckerei GmbH. Bis aber alles vom Büro agn Architekten Ingenieure Generalplaner geplant ist und die Baugenehmigungsverfahren abgeschlossen sind, also mit dem Bau begonnen werden kann, werden noch rund 15 Monate vergehen. Und in der Zwischenzeit? Könnte das Gelände gegebenenfalls einer anderen, öffentlichen Nutzung zugeführt werden, zum Beispiel zur Kirmes.

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Aber passt die Statik, ist der Keller stabil genug? Und wie groß ist der Aufwand, um das Gelände gängig und nutzbar zu machen. Deswegen machte sich gestern Markus Nolte, Statiker der Firma ahw Ingenieure Münster, an die Arbeit.

Quelle: ivz-aktuell.tv

Magnus: Statiker überprüft Standfestigkeit

Tags zuvor hatte die Feuerwehr übrigens im Rahmen einer Aus- und Fortbildung Maschinen und Pumpen mit Fahrzeugen erst mal den Keller ausgepumpt. Für sie gab es eine Menge zu tun. Sage und schreibe eine Million Liter Wasser wurden abgepumpt. Das Ganze dauerte rund dreieinhalb Stunden. „Wir pumpen 5000 Liter pro Minute“, erklärt Marko Lammerskitten. Das Wasser wurde nach Rücksprache mit der Stadt durch den Mischwasserkanal abgeführt.

Statiker Nolte bewegt sich nun vorsichtig auf dem glitschigen Untergrund aus Schlamm. „Das Wichtigste, was ich jetzt tue, ist messen“, erläutert er und zeigt sein kleines, digitales Messgerät, mit dem er zu den unterschiedlichsten Punkten geht. Damit kann er die Tragfähigkeit einer Decke bzw. die Spannweite berechnen. „Es gibt ja alte Bestandteile und zusätzliche Neubauteile. Ich gucke jetzt, inwieweit der Bau ertüchtigt werden muss, um zum Beispiel als Kirmesplatz genutzt zu werden. Zudem schaue ich, wie groß die Öffnungen sind. Die gilt es natürlich zu schließen – auch damit keiner reinfällt.“

Im Fahrstuhlschacht zeigt er auf einige Bohrlöcher und Putzarbeiten. „Hier wurde nachgebessert.“ Er habe den Eindruck, dass der Vorbesitzer den Keller und den Aufzugsschacht weiter nutzen wollte. Eine neue Wand wurde eingezogen. Er habe schon den Eindruck, dass es ein stabiler Keller ist. „Wir wissen ja, dass es sich hier um eine Kaufhausnutzung handelte und daraus ergeben sich Rückschlüsse, welche Nutzlasten zulässig waren. Wir prüfen jetzt, wie plausibel das ist.“

Auch wenn der Keller einige Jahre den Naturgewalten ausgesetzt war – insbesondere natürlich Regen – habe das so gut wie keine Auswirkungen auf die Tragfähigkeit. „Betonbauten halten das aus.“

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