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Ibbenbüren

Magnus: Der Schrecken hat ein Ende

2017 soll Baubeginn sein

Freitag, 01. Jul. 2016 - 17:30 Uhr
von Sabine Plake

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Große Überraschung: Die IVZ/IVD kauft das Magnusgelände und wird dies auch bebauen. Dort soll ein neues Medienhaus entstehen, aber auch Wohnungen und Geschäftsräume für Einzelhandel und Dienstleister.
Foto: Stefan Nieland
Das Magnusgelände hat einen neuen Besitzer: Die IVZ/IVD hat die Verträge mit dem holländischen Besitzer unterschrieben und wird dort 2017 bauen.
Das Magnusgelände hat einen neuen Besitzer: Die IVZ/IVD hat die Verträge mit dem holländischen Besitzer unterschrieben und wird dort 2017 bauen.

IBBENBÜREN. Am Freitagmittag überraschten die beiden IVZ/IVD-Geschäftsführer Klaus Rieping und Alfred Strootmann bei einer extra einberufenen Versammlung ihre Mitarbeiter mit einem ganz besonderen Coup. Die IVZ/IVD kauft das Magnusgelände und wird dies auch bebauen. Da gab es überraschte Gesichter, aber auch spontanen Applaus. „Wir investieren in die Zukunft, ganz besonders in Ihre“, unterstrich Rieping.

Die Verhandlungen mit dem holländischen Investor hätten ein Dreivierteljahr gedauert, sagten Rieping und Strootmann. Der Vertrag wurde vor acht Tagen geschlossen. Dafür wird eine neue Firma, die Südstadt GmbH & Co.KG gegründet. Sie ist 100-prozentige Tochter der Ibbenbürener Vereinsdruckerei GmbH. Für das Unternehmen ist es die größte Investition seit seinem mehr als 100-jährigen Bestehen.

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Vorgesehen sind drei Gebäude, eins davon soll ein neues IVZ-Medienhaus werden. Dafür sollen die Standorte Bahnhofstraße, Breite Straße und Wilhelmstraße weitestgehend aufgegeben werden. Nur die Druckerei verbleibt an der Wilhelmstraße. Baubeginn soll 2017 sein, Fertigstellung vermutlich Ende 2018.

Das Büro agn Architekten Ingenieure Generalplaner hat schon eine erste Grobplanung für das Gelände erstellt. Danach werden es wahrscheinlich drei Gebäude, die sich nach fast allen Seiten öffnen. Die Fläche erhalte eine Nord-Süd- und eine Ost-West-Achse. Während zum Unteren Markt hin Einzelhandelsflächen vorgesehen sind, sollen zur Poststraße hin Dienstleister wie Ärzte oder Rechtsanwälte einziehen. Auch Betreutes Wohnen ist vorgesehen.

Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer freute sich sehr über die Entwicklung. Mit der IVZ/IVZ handele es sich um ein modernes Unternehmen, das die Digitalisierung vorantreibe und auch die Kampagne Industrie 4.0 in Ibbenbüren massiv unterstütze. Das seien wichtige Themen und zudem starke Signale, „die wir brauchen, auch für unsere anderen Dienstleister, für die Unternehmen und für die Stadt.“ Zudem sei er heilfroh: „Das wird die Innenstadt beleben. Gott sei Dank, dass das geschafft ist.“ Und er sei erleichtert, dass sich das Ganze nicht wie fast befürchtet zu einem Schrecken ohne Ende entwickelt habe. Bei den früheren Planungen sei er immer recht skeptisch gewesen. „In der Vergangenheit haben mich die Konzepte nicht wirklich überzeugt.“ Er habe Zweifel gehabt, ob großflächiger Einzelhandel tatsächlich das Richtige gewesen wäre. Mit der jetzt angedachten Planung werde deutlich, wie man Innenstädte definieren könne. „Die Vorreiterrolle der IVZ/IVD ist toll.“ Davon erhofft er sich weitere Impulse.

Lothar Niederberghaus, Geschäftsführer agn Architekten Ingeniere Generalsplaner, sagte, die Geschichte des Magnusgeländes in den vergangenen Jahren sei „einfach grausam und bedrückend. Dass das Gelände so lange brach lag – und wie es aussah.“

Jetzt sei er „sehr froh über diese Lösung. Es ist wesentlich besser als alles, was ich bisher gesehen habe.“ Und: „Schön, dass die agn mal was in der Heimat machen kann.“ Die neue Planung für das Magnusgelände sei die Antwort auf die städtebauliche Situation. Seit Jahren sei Magnus auch für sein Büro Thema, immer wieder plante es Konzepte für mögliche Investoren. Seiner Meinung waren die bisherigen Planungen allerdings „für Ibbenbüren nicht angemessen“.

Die jetzige Planung werte die Poststraße auf, sie liefere aber auch eine große Durchlässigkeit, insbesondere zum benachbarten Bodelschwingh-Gelände. Es werde eine gut belichtete, strukturierte Fläche mit einer gestaffelten Bebauung.

Der jetzige Kauf durch die IVZ/IVD sei ein echter Fortschritt, es werde sicherlich viele Interessenten geben, ist er sich sicher. „Das wird die gute Stube von Ibbenbüren.“

Vor allen Dingen die Mischnutzung – Arbeiten, Wohnen, Verkaufen – sei seiner Meinung der genau richtige Weg. „Das erleben wir auch in vielen anderen Städten“, sagt der Fachmann. Es sei die Umkehr einer früheren verfehlten Politik, als vieles aus den Städten ausgelagert worden sei. Mittlerweile habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, alles in einer Stadt wieder miteinander zu verbinden: leben, arbeiten, wohnen.

Für die Realisierung setzt Niederberghaus gut zwei Jahre an. „Wir brauchen die Zeit, wir wollen nichts übers Knie brechen.“ Die planungsrechtlichen Voraussetzungen würden schon ein gutes Dreivierteljahr dauern. Baubeginn könnte somit in der zweiten Hälfte 2017 sein. Und wann könnte Eröffnung sein? Lothar Niederberghaus antwortet schmunzelnd: „Vielleicht Weihnachten 2018!“

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