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Ibbenbüren

Breite Zustimmung für Medienquartier

Pläne für das ehemalige Magnus-Gelände diskutiert

Mittwoch, 20. Mrz. 2019 - 21:06 Uhr
von Claus Kossag

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Die Pläne der IVZ/IVD-Unternehmensgruppe für die Bebauung des ehemaligen Magnus-Geländes waren am Mittwochabend etwa eine Stunde lang Thema der öffentlichen Ratssitzung der Stadt Ibbenbüren. Am Ende signalisierten die Kommunalpolitiker fraktionsübergreifend, das Konzept, das in das Verfahren für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan geht, mittragen zu können.

Foto: Darstellung: agn
Das geplante Medienzentrum der IVZ/IVD-Unternehmensgruppe vom Unteren Markt aus. (Darstellung: agn)
Das geplante Medienzentrum der IVZ/IVD-Unternehmensgruppe vom Unteren Markt aus. (Darstellung: agn)

Wie berichtet geht es um eine dreigliedrige Bebauung der IVZ/IVD-Unternehmensgruppe. Der größte Baukörper soll ein neues Medienzentrum werden.

Lothar Niederberghaus, Gesellschafter und Vorsitzender des Beirates der mit den Planungen beauftragten agn-Gruppe, ließ zunächst kurz die Geschichte des Vorhabens Revue passieren. Vor knapp zwei Jahren seien erstmals Pläne vorgestellt worden, die dann in 18 Monaten verfeinert worden seien. Das brauche bei einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan seine Zeit. Niederberghaus zeigte noch einmal die städtebauliche Einbindung des Projektes durch fußläufige Verbindungen mit viel Durchlässigkeit. „Wir wollen weder Vor- noch Hinterhöfe bekommen.“ Zudem soll der Untere Markt flächenmäßig erweitert und der „Schlauch Poststraße“ aufgerissen werden, um „höhere Aufenthaltsqualitäten“ zu bekommen. Was die Geschossigkeit betrifft, habe man bei den aktuellen Planungen für das Medienhaus „ein Geschoss drauf bekommen“ – ein Staffelgeschoss. Unter anderem, weil sich nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts ein erhöhter Raumbedarf ergeben habe. Beim zweiten Gebäudekomplex, zur Poststraße hin, habe sich die Geschossigkeit zwar nicht verändert, allerdings die Gesamthöhe um 2,50 Meter. Das deshalb, weil die Nutzung für dieses Gebäude noch gar nicht feststehe und man daher zunächst einmal eine maximale Raumhöhe pro Geschoss annehmen müsse. Niederberghaus: „Der Bauherr möchte nicht etwas beantragen, was er nachher nicht vermieten kann.“

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Zum Zeitplan merkte Niederberghaus an, wenn das Bauleitverfahren abgeschlossen, eine Baugenehmigung erteilt werde, könne ein Baubeginn Anfang 2020 ins Auge gefasst werden. Er halte diese Kombination aus Wohnen, Arbeiten und Geschäftsflächen für sehr gut, „um mehr Leben in die Stadt zu bekommen“.

Klaus Rieping, Geschäftsführer der IVZ/IVD,  und Lothar Niederberghaus, Gesellschafter und Vorsitzender des Beirates der mit den Planungen beauftragten agn-Gruppe, stellten die Pläne für das geplante Medienquartier vor.
Klaus Rieping, Geschäftsführer der IVZ/IVD, und Lothar Niederberghaus, Gesellschafter und Vorsitzender des Beirates der mit den Planungen beauftragten agn-Gruppe, stellten die Pläne für das geplante Medienquartier vor.

Klaus Rieping, Geschäftsführer der IVZ/IVD, verwies anschließend darauf, dass sich sein Unternehmen 2016 aufgemacht habe, „um mit dem Holländer über einen Kauf des Grundstückes zu verhandeln“. Der Kaufpreis sei „exorbitant hoch“ gewesen. Zudem habe das Unternehmen in den vergangenen Jahren einen vielfach sechsstelligen Betrag ausgegeben, um die Planungen voranzutreiben. Rieping hob zur Motivation hervor, es sei seinem Unternehmen auch um Ibbenbüren gegangen: „Wir sind kein Finanzinvestor oder eine Heuschrecke.“ Die IVD, das seien 45 Gesellschafter, Bürgerinnen und Bürger aus Ibbenbüren, „die das bezahlen“. Rieping räumte zur Gebäudehöhe ein: „Ja, wir mussten ein wenig aufstocken“. Aber ansonsten entsprächen die Gebäude im Wesentlichen den Plänen, die im Februar 2018 in der IVZ vorgestellt worden seien. Rieping versprach für seine Unternehmensgruppe, das Projekt so schnell wie möglich umzusetzen. Dazu brauche es ein Votum, „dass das, was wir präsentieren, auch realisiert werden kann“, appellierte er in der Ratssitzung. „Wir haben nichts zu verbergen“, so Rieping.

Tobias Goldbeck (CDU) nannte die Bebauung eine „sehr gute Idee“ und man freue sich auch über agn als renommierten Planer. Aber etwas mulmig sei ihm bei der Höhe, auch wenn die CDU trotzdem mitgehen werde. „Aber vielleicht versprechen Sie uns, so niedrig zu bauen wie möglich.“ Lothar Niederberghaus fügte an, man werde natürlich in dem Abschnitt, wo die Nutzung noch nicht feststeht, nur so hoch bauen, wie man es wirtschaftlich wirklich brauche.

„Die Brache muss weg“

Rieping fügte an, für das Medienzentrum brauche man tatsächlich das zusätzliche Geschoss. Ernst Goldbeck (Die Linke) meinte, er verstehe die wirtschaftlichen Zwänge. Aber er sehe einen ungelösten Konflikt mit dem Gestaltungsbeirat, der die Höhe beanstandet habe. Niederberghaus entgegnete, es gebe mit Ausnahme des einen Geschosses keine wesentlichen Änderungen bei der aktuellen Planung. Uwe Rohde (Grüne) erklärte, seine Fraktion trage das Konzept mit, wenn auch angesichts der Größe der Gebäude mit „etwas Bauchgrimmen“. Was den Gestaltungsbeirat betreffe, merkte er an, das sei ein beratendes Gremium, kein Entscheidungsgremium. Letzterem schloss sich Hermann Hafer (SPD) an, der zudem darauf verwies, dass Leute, die in Ibbenbüren wohnten, dies anders als der Gestaltungsbeirat sähen. Er kenne auch viele Leute, die meinen, das sehe gut aus. Die SPD werde den Plänen zustimmen. Hafer: „Die Brache muss weg.“

Auch Hans-Jürgen Streich (FDP) sagte, seine Fraktion habe diesen Plänen zugestimmt. „Das passt in die Stadt.“ Ibbenbüren brauche das für die innerstädtische Entwicklung und es gebe keinen Grund, dies wegen veränderter Geschosshöhen „kaputt zu reden“. Ulrich Remke (CDU) räumte ein, seine Fraktion habe es sich möglicherweise etwas „schnuckeliger“ vorgestellt, aber dass es sich dann wirtschaftlich nicht rechnet, „verstehen wir auch“. Die Bebauung könne zu einem Frequenzbringer für die Innenstadt werden.

„Wir sind von hier“

Ludger Bitter (UWG IFI) erklärte, er habe das Projekt schon in seiner Haushaltsrede im September 2017 ausdrücklich gelobt, „dazu stehe ich weiterhin“. Allerdings habe er erwartet, dass ein Vertreter des Gestaltungsbeirates heute anwesend sei.

Georg-Friedrich Becker (Grüne) sagte schließlich, er habe „kein Problem mit sechs Stockwerken“, das sehe doch insgesamt recht aufgelockert aus. Er fragte indes, ob der überwiegende „Bauhausstil“ in 20 Jahren noch das Maß der Dinge sei. Dazu merkte Lothar Niederberghaus an: „Vielleicht gibt es Leute, die in 20 Jahren sagen: „Das sieht ja immer noch gut aus.“

Klaus Rieping versprach, die IVZ/IVD stehe zum Projekt stets Rede und Antwort. Denn das Unternehmen zahle nicht nur Steuern, „wir sind auch von hier“.

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