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Westerkappeln

Rathaus und Gaststätten in Westerkappeln geschlossen

Drakonische Maßnahmen

Sonntag, 15. Mrz. 2020 - 14:30 Uhr
von Frank Klausmeyer

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ergreift die Gemeinde Westerkappeln drakonische Maßnahmen. Nicht nur Schulen und Kindertagesstätten werden auf Weisung der Landesregierung geschlossen, auch das Rathaus bleibt ab Montag zu. Und: „Wir haben entschieden, per Ordnungsverfügung mit sofortiger Wirkung auch die Gaststätten zu schließen“, erklärt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer.

Foto: Frank Klauzsmeyer
Das Rathaus Westerkappeln bleibt ab sofort für den Publikumsverkehr geschlossen.
Das Rathaus Westerkappeln bleibt ab sofort für den Publikumsverkehr geschlossen.

Betroffen sind das „Alte Gasthaus Schröer“, das „Kuckucks-Nest“, die Gaststätte Rieskamp-Goedeking, „Cord´s Catering“ in Velpe und der „Grüne Jäger“ (Sewester).

Ausgenommen von der Anordnung sind zunächst die Pizzerien, Döner-Imbisse und auch das griechische Restaurant „Kreta“. „Für diese Betriebe sprechen wir die Empfehlung aus, möglichst wenige Gäste gleichzeitig reinzulassen und die Tische auseinanderzurücken“, erläutert Große-Heitmeyer.

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Am Samstagnachmittag hatte die Verwaltungschefin die Fachbereichsleitungen zusammengetrommelt, um das Vorgehen in der Corona-Krise abzustimmen. Bis in den Abend wurde ihr zufolge beraten. Herausgekommen ist ein weitreichender Maßnahmenkatalog. Dazu gehört, dass das Rathaus ab sofort bis auf Weiteres geschlossen bleibt. „Die Mitarbeiter sind natürlich da“, versichert die Bürgermeisterin. Diese seien aber angehalten, untereinander so wenig wie möglich miteinander in Kontakt zu treten.

Bürgerinnen und Bürger, die ein Anliegen an die Verwaltung haben, könnten die Verwaltung und deren Sachbearbeiter telefonisch oder per E-Mail erreichen. Die jeweiligen Kontakte sind auf der Homepage unter www.gemeinde-westerkappeln.de abrufbar.

Nur in ganz, ganz dringenden Fällen werde das persönliche Vorsprechen gestattet – „dann aber nur nach telefonischer Vereinbarung“, betont die Bürgermeisterin, die darauf hinweist, dass nicht alle Kommunalverwaltungen im Kreis Steinfurt so strikt verfahren. „Wir halten das für ein verantwortungsvolles Handeln, damit wir weiter für die Bürger arbeiten können“, erklärt Große-Heitmeyer.

Ob und inwieweit der lokalpolitische Betrieb eingestellt wird, ist noch unklar. Am Montag werde sie mit den Ausschussvorsitzenden des am 31. März tagenden Umweltausschusses und für den Schulausschuss am 2. April die Tagesordnungen sichten, ob unaufschiebbare Themen dabei sind. Gegebenenfalls müsse über eine fernmündliche Beratung oder eine Diskussion ohne Vorberatung in der nächsten Ratssitzung nachgedacht werden.

Ab Montag soll auf der Homepage der Gemeinde ein „Corona-Button“ installiert werden, über den es aktuelle Informationen gibt, und der einen Link zum Kreis Steinfurt oder andere Verknüpfungen bietet.

Eine Schließung von Arztpraxen wie in Ibbenbüren oder Recke ist der Bürgermeisterin bislang nicht zu Ohren gekommen. Etwas irritiert ist sie über die Annonce im „Wochenblatt“ der Gemeinschaftspraxis an der Wilkenkampstraße, die – wie immer zum Quartalsende – angekündigt hat, dass es vom 23. bis zum 27. März keine Sprechstunden gibt. „Das kann nicht sein, dass die in der jetzigen Situation die Praxis schließen“, kritisiert Große-Heitmeyer. Sie werde deshalb am Montag mit den Verantwortlichen sprechen. Es müsse zumindest ein Notdienst aufrecht erhalten werden. „Im Moment ist solidarisches Verhalten von allen gefordert.“ Das gelte insbesondere für medizinische Einrichtungen.

Stand Sonntagmittag gab es in Westerkappeln keinen Fall eines mit dem Coronavirus Infizierten. Die Bürgermeisterin appelliert deshalb – wie die Bundeskanzlerin – an alle Bürger, auf soziale Kontakte weitmöglichst zu verzichten. Sie selbst werde vorerst keine Besuche zu Alters- oder Hochzeitsjubiläen mehr machen. „Meine Kinder haben jetzt auch ein Verabredungsverbot.“

Die Gemeinde appelliert an alle Mitbürger, die das Gefühl haben, unter Symptomen des Coronavirus zu leiden, ihren Hausarzt anzurufen oder die Notdienstnummer der Kassenärztlichen Vereinigung zu wählen (116117). Daneben gibt es die Info-Hotline des Kreises (02551/692808) sowie die des Gesundheitsamtes (02551/692825).

frank.klausmeyer@ivz-aktuell.de

Ein besonders wichtiges Thema ist der Umgang mit den Schul- und Kitaschließungen. In allen Einrichtungen soll es eine Notbetreuung geben. „Aber nicht mehr als für fünf Kinder pro Gebäude“, stellt Große-Heitmeyer klar.

Es gelte die Regelung für den ganzen Kreis, wonach die Eltern Vorrang haben, die für die Infrastruktur des Gesundheitsbereiches oder die Versorgung mit Energie, Wasser, Lebensmittel und Arzneien gebraucht werden, bei Justiz, Polizei oder Feuerwehr arbeiten oder als Erzieher, Lehrer oder im Kinderschutz tätig sind – vorausgesetzt, sie haben keine alternativen Betreuungsmöglichkeiten.

Um die Notfallbetreuung in Anspruch nehmen zu können, müssen die betroffenen Eltern einen Antrag beim zuständigen Jugendamt stellen. Mit der Antragstellung ist eine Unabkömmlichkeitsbescheinigung durch den Arbeitgeber für beide Elternteile oder für einen Elternteil bei Alleinerziehenden vorzulegen. Das Antragsformular steht auf der Homepage des Kreises Steinfurt unter www.kreis-steinfurt/jugend amt als Download zur Verfügung.

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