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Reiten

Therapeutisches Reiten beim SV Dickenberg: Einfach unbezahlbar

Verein unterstützt seine Mitglieder

Sonntag, 23. Dez. 2018 - 14:35 Uhr
von Jan Kappelhoff

Die Reitabteilung des SV Dickenberg ermöglicht therapeutisches Reiten. Zu Weihnachten wird das Projekt von Ludger Beerbaum unterstützt.

Foto: Jan Kappelhoff
Ankatrin Alipaß (l.) longiert Stute Nala, Mutter Elke Lücke hilft Theresa der Übung auf dem Pferderücken.
Ankatrin Alipaß (l.) longiert Stute Nala, Mutter Elke Lücke hilft Theresa der Übung auf dem Pferderücken.

DICKENBERG. Theresa ist 19 Jahre alt. Sie hat das Down-Syndrom. Anastasia ist elf Jahre alt. Sie hat das Sotos-Syndrom. Beide sind jeden Samstag in der Reithalle des SV Dickenberg. Denn ihr Verein bietet den beiden dann therapeutisches Reiten an. Als Weihnachtsgeschenk erhält der SVD dafür in diesem Jahr Unterstützung von Ludger Beerbaum (siehe Infokasten). „Das Reiten bringt eine ganze Menge“, sagt Anastasias Mutter Alexandra Ungruhe. Sie und Elke Lücke, die Mutter von Theresa, sind dem SV Dickenberg sehr dankbar für diese Hilfe.

Beim diesjährigen Reitturnier des SV Dickenberg kamen die Mütter mit dem Verein ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass es mit Theresa im geregelten Reit- und Anastasia im Voltigierunterricht nicht mehr funktionierte. Der SVD-Vorstand bat die Eltern zum Gespräch. „Wir waren uns sicher: Wir bekommen gesagt, dass es leider für uns nicht weitergeht“, erinnert sich Alexandra Ungruhe. Doch es kam anders: Der Vorstand fragte die beiden, was gebraucht werde, um für Theresa und Anastasia zusammen eine Reitstunde zu organisieren. „Alleine diese Frage war schon toll“, fand Elke Lücke.

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Sie benötigten: Ein Pferd mit entsprechender Ausbildung; jemanden, der sich um das Pferd kümmert (holen, fertig machen, webringen); jemanden, der die Reitstunde gibt, eine freie Stunde in der Halle und Begleitung auf dem Weg zur sowie in der Reithalle. Das machte also: ein Pferd und fünf Helfer. Und siehe da, es funktioniert. Seit Sommer 2018 findet die Stunde regelmäßig statt, die Beteiligten helfen ehrenamtlich und Theresa und Anastasia hilft das wirklich weiter.

Der Kontakt mit dem Lebewesen und das Reiten schulen den Gleichgewichtssinn, verbessern Verdauung und Atmung, bringen einen hohen Spaßfaktor und entwickeln die beiden auch im emotionalen und sozialen Bereich weiter. Wichtig dabei ist auch der Einfluss der Reitlehrerin. Anders als in der Schule spreche Ankatrin Alipaß „ganz anders“ mit den beiden Don-Bosco-Schülerinnen, sagt Elke Lücke. „Sie kommen so aus ihrem Alltag raus. Dieses Vereinsleben, der Kontakt mit den Leuten, die Selbstverständlichkeit, die ihnen entgegenkommt tun den beiden sehr gut“, sagt Theresas Mutter.

Selbstverständlich ist die Unterstützung auch für Ankatrin Alipaß, die den Trainer-C-Schein besitzt: „Es ist einfach schön zu sehen und macht auch mir Spaß, wie die beiden sich freuen und welche Fortschritte sie machen.“ Theresa und Anastasia hätten mal einen besseren, mal einen schlechteren Tag. „Das ist ja aber bei jedem Menschen so“, sagt Ankatrin Alipaß. Deren Mutter Elisabeth Schmitz-Alipaß hilft auch beim Training. Dazu kommen Ankatrins Schwester Isabel sowie Stefanie Böhmann als Heilpädagoginnen, die helfen, wo sie können.

Dass der SV Dickeberg den beiden das therapeutische Reiten ermöglicht, das ist für Alexandra Ungruhe und Elke Lücke ein echter Segen. „Das kann man gar nicht bezahlen. Von daher ist eine Zugabe wie von Beerbaum viel Wert“, so Elke Lücke. So viele Leute, die so viel helfen, bei so einer sinnvollen Sache. Einfach unbezahlbar.

Weihnachtsgeschenk von Beerbaum

Anstelle von Sachgeschenken an die Kunden spendet die Firma „Ludger Beerbaum Produkte“, die hauptsächlich Pferdefutter vertreibt, für ausgewählte gemeinnützige Zwecke oder Vereine. Über Facebook war die Bewerbung möglich, ausgewählt wurden die „Pferdeklappe“ aus Schleswig-Holstein und das therapeutische Reiten beim SV Dickenberg. „Wir fanden es schön, dass es ein Verein aus der Region ist“, sagt Conni Fritz, Geschäftsführerin des Beerbaumschen Unternehmens. „Ludger liegt es sehr am Herzen, etwas für Kinder zu tun“, so Fritz, und mit Pferden wolle man es auch verbinden. „Dickenberg ist ein morzguter Verein. Wir haben sofort gesagt: Die nehmen wir!“, erzählt Conni Fritz. Den Grundstock bildet eine 500 Euro-Spende der „Ludger Beerbaum Produkte“. Diese kann von jedermann aufgestockt werden. „Das hat viel mehr weihnachtliches als jedes Sachgeschenk“, sagt Conni Fritz. Die Aktion läuft bis zum 31. Dezember auf www.ludgers.de.

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