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Münsterland

Wie bemerke ich Falschnachrichten?

Der Faktencheck der Bezirksregierung

Donnerstag, 09. Apr. 2020 - 10:33 Uhr

Falschmeldungen verbreiten sich aktuell viel und schnell. Über Soziale Medien und andere Kanäle im Internet, wo jedermann ungefiltert veröffentlichen kann, kommen Nachrichten in Umlauf, deren Wahrheitsgehalt oft fragwürdig ist. Die Bezirksregierung Münster hat dafür einen Plan veröffentlicht, wie diese Falschmeldungen gecheckt werden können.

Foto: stocke.adobe.com - photoguns
<p>Symbolfoto Coronavirus</p>

Symbolfoto Coronavirus

Die Bezirksregierung rät via Pressemitteilung Folgendes: Noch schneller als das Coronavirus vermehren sich Falschmeldungen und Desinformationen rund um die Pandemie, teils in betrügerischer Absicht: "Für 150 Euro bekommen Sie Ihre Soforthilfe schneller" und "Wegfall der Herbstferien 2020" sind im Regierungsbezirk Münster derzeit die am häufigsten verbreiteten. Herzliche Bitte: Bevor Sie versehentlich eine Falschmeldung teilen und damit Teil der Verbreitungskette werden, beachten Sie unsere folgenden 9 Tipps:

Wer ist die Quelle der Nachricht?
Jede Nachricht hat einen Ursprung. In der Nachrichten-Sprache finden Sie diese Quelle häufig in Formulierungen wie "(...) sagte ein Sprecher der Bezirksregierung" oder "(...) das teilte das Rathaus am Mittag mit". Wenn Nachrichten entweder keine Quelle angeben oder sich auf "eine Arbeitskollegin meines Bruders, die einen kennt..." berufen, dann sind es keine Nachrichten. Das sind unbelegte Behauptungen. Das deutsche Wort dafür heißt "Gerücht".

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Ist die Quelle überprüfbar?
Wenn für eine Behauptung eine Quelle angegeben ist, so ist es die einfachste Prüfung, die Behauptung + Quelle in eine Suchmaschine einzugeben. Führt diese Suche nicht zu einem bestätigenden Ergebnis, spricht das gegen die Glaubwürdigkeit der angeblichen Nachricht. Enthält eine angebliche Nachricht keine Links, keine überprüfbaren Zitate oder sonstige Referenzen, ist sie wahrscheinlich falsch.

Wer verbreitet die Nachricht?
Trauen Sie grundsätzlich nur Nachrichten, die von seriösen Urhebern und dem Deutschen Pressecodex verpflichteten Redaktionen verbreitet werden. Dazu gehören die Pressestellen von Ämtern und Behörden, öffentlich-rechtliche Sender, Lokalradios oder regionale Tageszeitungen. Verbreitet jemand anderes (Internetseite, Blog, Einzelperson etc.) die angebliche Nachricht, sehen Sie sich an, was dort sonst so veröffentlicht wird. Welchen Eindruck erwecken Überschriften sonstiger Beiträge? Ist das Umfeld seriös? Wer steckt hinter dem Angebot? Tipp: Geben Sie den Namen des Anbieters + "fake" in eine Suchmaschine ein.

Berichten seriöse Medien ebenfalls über diese Nachricht?
Professionelle Hersteller von Desinformation haben "Informationen" meist aus einem einzigen Grund "exklusiv": sie sind frei erfunden. Berichten seriöse Medien nicht oder völlig anders über ein Thema, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie belogen werden. Die EU warnt aktuell vor russischen Desinformations-Kampagnen, die in Deutschland vor allem von rechten Hetz-Seiten und -Parteien verbreitet werden. Die East StratCom Task Force im Europäischen Auswärtigen Dienst hat zu diesem Thema eine eigene Internetseite eingerichtet: https://euvsdisinfo.eu/de/.

Was zeigt das Foto wirklich?
Die Verbreiter von Falschnachrichten und Desinformation arbeiten bevorzugt mit Fotos, die entweder manipuliert sind oder etwas ganz anderes zeigen, als der Text behauptet. Die einfachste Überprüfung ist die Foto-Rückwärtssuche, wie sie zum Beispiel die Suchmaschine Google oder der Dienst https://tineye.com/ anbieten. So können Sie sehen, ob das Foto alt ist und aus einem ganz anderen Zusammenhang stammt.

Sehen Sie genau hin. Und noch einmal.
Gerade in den sozialen Medien werden häufig Empörungs-Nachrichten verbreitet, die sich gar nicht auf ein aktuelles Geschehen beziehen, sondern teils Jahre alt sind. Achten Sie auf das Datum der Erstveröffentlichung. Wenn Sie die Überschrift in eine Suchmaschine eingeben, können Sie herausfinden, ob die Nachricht möglicherweise längst als falsch korrigiert worden ist. Eine gute Möglichkeit zur Überprüfung sind Seiten, die sich mit Fakten-Checking beschäftigen wie https://www.mimikama.at oder https://correctiv.org/faktencheck/.

Kennen Sie "die Mama von Poldi" oder "die Frau vom Sascha" persönlich?
Nicht? "Die Mama von Poldi" stiftete Mitte März Verwirrung um das Coronavirus und das Schmerzmittel Ibuprofen, "die Frau vom Sascha" wollte ungefähr zu gleichen Zeit "aus der Regierung" ganz genau wissen, welche Verbote die nordrhein-westfälische Landesregierung bald erlassen würde (nichts davon war wahr).  Sprach- und Text-Nachrichten bei WhatsApp und anderen Messenger-Diensten, die auf dem angeblichen Hörensagen von Personen beruhen, die Sie nicht persönlich kennen (und daher nicht fragen können: "Woher weißt Du das?"), sollten sie ignorieren und löschen.

Rechnen Sie mit krimineller Energie
Neben Nachrichtenfälschern versuchen auch gewöhnliche Kriminelle aus der Corona-Pandemie Kapital zu schlagen. Sie verkaufen gefälschte "Schutzausrüstungen" ohne Zulassung, klingeln in Schutzanzügen an der Haustür und bieten schnellere Soforthilfe gegen Provision an -  alles Betrug. Die Betrüger setzen auf Notlagen und Überrumpelung. Fallen Sie nicht darauf herein. Behördenmitarbeiter klingeln nicht in Schutzanzügen an Ihrer Tür und nehmen selbstverständlich auch keine Provision für kostenlose Antragsverfahren. Bevor Sie auf solche "unschlagbaren" Angebote eingehen: Fragen Sie bei den zuständigen Behörden nach!

Stoppen Sie die Falschnachrichten-Pandemie
Wenn Sie nicht wirklich von der überprüfbaren Richtigkeit einer Nachricht überzeugt sind, dann teilen Sie sie nicht. Für den Umgang mit Falschnachrichten gilt das gleiche wie für das Corona-Virus: Stoppen Sie die Weiterverbreitung! Machen Sie sich nicht zum Überträger einer Falschnachrichten-Pandemie. Und lassen Sie sich vor allem nicht selbst davon infizieren.

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