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Kreis Steinfurt

Konjunkturgespräch bestätigt ernste Lage im Kreis

WESt bereitet kreisweite Jobplattform vor

Donnerstag, 09. Apr. 2020 - 15:22 Uhr

Die Corona-Pandemie verändert die Wirtschaft im Kreis Steinfurt, sie zeigt aber auch an einigen Stellen neue Lösungen auf. Dass die Lage für Unternehmen und Betriebe sehr ernst ist, bestätigte das Konjunkturgespräch am vergangenen Freitag. Darüber berichtete der Kreis am Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Foto: stock.adobe.com - Halfpoint
<p>Symbolfoto Coronavirus</p>

Symbolfoto Coronavirus

Dort heißt es weiter: Landrat Klaus Effing hatte den Termin vorgezogen und dieses Mal zur Telefonkonferenz eingeladen, um sich mit Vertretern der Agentur für Arbeit Rheine, der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf, der IHK Nord Westfalen, der Volksbanken und Sparkassen im Kreis, des jobcenters Kreis Steinfurt, der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Steinfurt (WESt) und der Wirtschaftsvereinigung Steinfurt über Auswirkungen und Wege aus der Krise zu unterhalten.

Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf Frank Tischner sagte, dass beim Umsatz von zuletzt 4,6 Milliarden Euro der 5.082 Handwerksbetriebe mit ihren 36.960 Beschäftigten von einem deutlichen Einbruch auszugehen ist: "Wir rechnen mit einem Minus von fünf bis acht Prozent. Vor der Krise lag unsere Prognose bei plus vier Prozent." Er berichtete in diesem Zusammenhang auch von der bei den Innungen der Bau- und Ausbauhandwerke organisierten "Kollegenhilfe": "Kommt die Ausführung eines Auftrags bei einer Firma aufgrund von Ausfällen bei den Beschäftigten ins Stocken, helfen andere Betriebe aus."

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Ähnlich soll auch einem anderen Bereich kreisweit geholfen werden – und zwar in Form einer Jobplattform für von Kurzarbeit betroffene Arbeitnehmer. Sie können hier leicht Arbeitsangebote in systemrelevanten Bereichen finden. Voraussichtlich geht die Plattform bereits nach den Osterferien an den Start. Eine Unternehmerin hatte die Idee und trat damit an die WESt heran. WESt-Geschäftsführerin Birgit Neyer erklärte den Nutzen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer: "Die Idee dahinter ist, dass Betriebe und Unternehmen, die jetzt einen größeren Bedarf an Arbeitskräften haben, wie Plexiglashersteller oder landwirtschaftliche Betriebe, hier ihr Arbeitsangebot einstellen können. Gleichzeitig können von Kurzarbeit Betroffene Möglichkeiten finden, sich etwas hinzuzuverdienen." Rückmeldungen von Unternehmen hätten gezeigt, dass sie sehr dankbar für die Soforthilfe und die Unterstützungen der IHK, Handwerkskammer und der WESt beim Ausfüllen der Anträge seien. Auch seien ihr gute Initiativen gemeldet worden, bei denen IT-Unternehmen anderen kostenlose oder preisgünstige digitale Hilfen anbieten, so Neyer weiter. Viele Fragen seien hingegen besonders bei Betrieben aus dem Veranstaltungsbereich oder Automobilzulieferern noch offen. "Diese sind aktuell stark von der Corona-Pandemie betroffen und möchten bzw. müssen bald wissen, wie, wann und ob es für sie weitergeht."

Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Rheine berichtete, dass die Agentur sofort reagiert und erfolgreich umgestellt hat: "Unsere Kunden erreichen uns weiterhin fortlaufend telefonisch und per Internet. Das heißt, neben der bisherigen Möglichkeit uns zu erreichen, wurden Sonder-Hotlines eingerichtet. Über diese Hotlines wurden und werden zielgerichtet Beratungen, zum Beispiel im Hinblick auf Rechts- und Verfahrensfragen zum Thema Kurzarbeitergeld, gestaltet." Darüber hinaus aktualisiere die Agentur fortlaufend ihre Internetpräsentation, insbesondere zum Thema Kurzarbeitergeld, so Zwilling weiter. Hier würden aber auch aktuelle Beschäftigungsmöglichkeiten über die Job-Börse der Agentur oder weitere Hilfen für andere Leistungsarten nach dem SGB III angeboten. 

Beim jobcenter Kreis Steinfurt liegt der Fokus ebenfalls auf der Sicherstellung der Leistungsgewährung, sagt Vorstand Thomas Robert: "Wir haben die Beratungstätigkeiten vorübergehend zurückgefahren und kümmern uns vorranging darum, Vorkehrungen zu treffen, um die rechtzeitige Auszahlung der Hilfegewährung auch bei krankheitsbedingten Ausfällen weiter sicherstellen zu können. Niemand soll in der Krise auf Geld warten müssen." Vor allem drei große Kundengruppen hätten sich in den vergangenen Wochen gemeldet: Solo-Selbstständige, Kleinunternehmer sowie Arbeitnehmer, denen die Kündigung ausgesprochen wurde und die aufgrund der Kürze des Beschäftigungsverhältnisses noch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 haben. Robert erwähnte, dass im Laufe des Jahres mit einer deutlichen Zunahme der Zahl an Bedarfsgemeinschaften zu rechnen sei. 

Auch bei den Volksbanken und Sparkassen gingen derzeit eine Vielzahl zusätzlicher, coronabedingter Anfragen ein, teilten die jeweiligen Vertreter mit – aus dem Einzelhandel über Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, Dienstleister bis hin zu Ärzten. Um den Anfragen und Beratungen nachzukommen, arbeiteten die Kundenberater mehr. Im engen Kontakt mit ihren Kunden hätten sie oft sehr schnell individuelle Lösungen gefunden, um deren Betriebe für die nächste Zeit aufrechterhalten zu können. So wurden als erste Hilfsmaßnahmen beispielsweise fällige Tilgungen ausgesetzt und beantragte Soforthilfen von Bund und Land vorfinanziert. Schwieriger sei die Bereitstellung von Mitteln aus dem Sonderkreditprogramm der KfW. Hier gebe es noch dringenden Handlungs- und Verbesserungsbedarf hinsichtlich der Förderbedingungen, so die einhellige Erfahrung der Bankenvertreter.

Alle Beteiligten halten sich an die vorgegebenen Schutzmaßnahmen und sind für Unternehmen und Betriebe über Telefon und E-Mail zu erreichen. Außerdem informieren sie auf ihren Internetseiten fortlaufend über die aktuellen Angebote und Hilfen zur Corona-Krise.

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